„Das FamS”
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Letzte Änderung: 13.02.2018

Für Eltern: Bedenkenswertes zur Vertretung
für 0-3 Jährige


Sie haben als Betreuungsform für Ihr Kind die Kindertagespflege gewählt. Damit haben Sie sich für eine Betreuung im familiären Rahmen, mit fester Bezugsperson und flexiblen Zeiten entschieden.


Anders als bei der Betreuung in der Kindertagesstätte oder Krippe stellt sich für Sie jedoch im Ausfall Ihrer Tagespflegeperson die Frage, wie bzw. durch wen Sie die Betreuung Ihres Kindes sicherstellen können.

© Kirsten Brehm

Früher bedeutete dies für berufstätige Eltern schnell private Netzwerke zu mobilisieren oder selbst frei zu nehmen und der Arbeit fernzubleiben, wenn man keine Familie, Freunde und Bekannte vor Ort hatte, die kurzfristig einspringen konnten. Derartige Ausfallzeiten sind für Eltern und Arbeitsgeber sehr unbefriedigend.

Gute Vertretungsmodelle verhelfen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie decken aber nicht immer alle Bedarfe ab bzw. passen auch nicht immer zu jedem Kind. Deshalb empfehlen wir, als Fachstelle, dass Sie sich im Vorfeld selbst eine Meinung bilden worauf es im Vertretungsfall ankommt und dass Sie darauf achten, ob es Ihrem Kind in der Vertretung auch gut geht. Nutzen Sie das Vertretungsmodell Ihrer Tagespflegeperson, halten Sie nach Möglichkeit jedoch zusätzliche private Lösungen vor oder fragen Sie im Das FamS nach weiteren Optionen.
Insbesondere kurzfristig eintretende Ausfälle berühren sehr unterschiedliche Bedürfnisse oder Interessen aller Beteiligten, das birgt Konfliktpotential – jedoch bleibt im Moment der Absage keine Zeit für langes Überlegen. Vermeiden Sie unnötigen Ärger und Zeitdruck durch geplantes, rücksichtsvolles Vorgehen!

  • Das erste Interesse liegt beim Kindeswohl. Kleinkinder benötigen die Betreuung durch eine vertraute Bezugsperson, um sich wohl zu fühlen. Der Aufbau sogenannter sicherer Bindungen ist enorm wichtig für ihre emotionale, soziale und kognitive Entwicklung. Würden Kleinkinder im Vertretungsfall bei völlig fremden Betreuungspersonen untergebracht, bedeutete dies für die meisten eine erhebliche Belastung, die nachhaltige Störungen nach sich ziehen kann. Deshalb ist es wichtig, dass den Kindern die Vertretungskraft bereits bekannt und möglichst vertraut ist. Wenn das Kind darüber hinaus schon die Räumlichkeiten der Vertretungskraft kennt oder mit Kindern aus ihrer Gruppe vertraut ist, ist dies ebenfalls sehr hilfreich.

  • Weitere Bedürfnisse und Interessen liegen bei Ihnen, den Eltern. Sie möchten die Vertretungskraft gern kennen, ihr vertrauen können und sie sympathisch finden, damit Sie Ihr Kind in guten Händen wissen. Die Vertretung sollte möglichst zügig organisiert werden können, so dass Sie eigenen Arbeitsausfall vermeiden können. Außerdem sollte der Betreuungsort für Sie möglichst gut erreichbar sein und die Kosten überschaubar bleiben.

  • Aus der Perspektive der Tagespflegeperson, die Ihr Kind aufnimmt, ist es zudem wichtig, dass sich Ihr Kind gut in die bestehende Gruppe einfügen kann, dass Alter und Betreuungszeiten zu ihrem Angebot passen und auch die Bezahlung stimmt. Schließlich bedeutet der Gast auch Aufregung für die gesamte Gruppe.

  • Nicht zuletzt besteht bei der ausfallenden Tagespflegeperson das Interesse, am Tag des Ausfalls möglichst zügig alle betroffenen Eltern zu informieren und dann nicht mehr viel regeln zu müssen, sondern sich um den Grund des Ausfalls (meist ihre eigene Erkrankung) zu kümmern. Sie hat ein großes Interesse, dass ihr eigenes Vertretungsmodell von den Eltern angenommen oder auf private Netzwerke zurückgegriffen wird, da sie bei Nutzung von Vertretungskräften, die einen Nachweis einreichen, von der Stadt Braunschweig keine Entgeltzahlung für diesen Zeitraum erhält.

Um diesen Bedürfnissen möglichst umfassend gerecht zu werden, wurden und werden Vertretungsmodelle eingerichtet. Diese Modelle haben für Eltern, Kinder und Tagespflegepersonen den Vorteil, dass bereits vor dem Eintritt des Vertretungsfalles ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und Vieles geklärt werden kann. Wir bitten Sie deshalb im Interesse aller Beteiligten, Ihre Tagesmutter zu unterstützen, falls Sie in einem solchen Modell mitarbeitet oder dies anstrebt.
Darüber hinaus steht ein Pool von Plätzen bei Bereitschaftskräften in verschiedenen Stadtteilen für kurzfristige Vertretungen bereit. Einige von Ihnen stehen im regelmäßigen Kontakt mit anderen Tagespflegepersonen und deren Tageskindern. Sie bieten in der Regel Montag bis Freitag eine Kernbetreuungszeit von 7:00-17:00 Uhr an. Wenn Sie zu den Eltern gehören, die bei Ausfall ihrer Tagespflegeperson auf die Inanspruchnahme eines Poolplatzes angewiesen sind, sollten Sie rechtzeitig Kontakt zu einer gut erreichbaren Poolkraft aufnehmen, um im Vertretungsfall mit ihr vertraut zu sein. Sie finden die Kontaktdaten zu den Poolkräften hier.

„Brief an die Vertretungskraft“

Damit sich die Vertretungskraft so gut wie möglich auf Ihr Kind einstellen kann, finden Sie hier einen „Brief“, in dem wichtige Infos zum Tageskind für die Vertretungskraft eingetragen werden. Das FamS-Vertretungsteam hat dazu die Erfahrungen und Vorschläge einiger Vertretungskräfte zusammengetragen. Bitte nutzen Sie daher diesen Brief und händigen Sie ihn der Tagespflegeperson, die Ihr Kind in Vertretung betreut, spätestens zu Betreuungsbeginn ausgefüllt aus.

Wichtig:
Im Hinblick auf das oben erwähnte Bindungsverhalten von Kleinkindern ist es empfehlenswert bei kurzfristigen Ausfällen nur auf Personen zurückzugreifen, die dem Kind bereits vertraut sind. Bitte berücksichtigen Sie, in jedem Fall wo eine dem Kind unbekannte Tagespflegeperson zum Einsatz kommt, dass Sie oder eine andere Bezugsperson die Begleitung bzw. Eingewöhnung Ihres Kindes übernehmen müssen.

… und natürlich ist es auch wichtig, dass Sie ausführlich mit Ihrem Kind darüber reden und es bestens darauf vorbereiten, dass es heute bei einer anderen Betreuungsperson sein wird.

Bedenkenswert:
Da die meisten kurzfristigen Ausfälle auf Erkrankungen der Tagespflegepersonen zurückzuführen sind, können Sie selbst einen erheblichen Anteil zur Reduzierung dieser Ausfälle leisten. Viele Eltern bringen Ihre infektiös erkrankten Kinder entgegen den Vorschriften des Gesundheitsamtes und auch entgegen dem Recht ihres Kindes auf Erholung in die Betreuung und verursachen damit selbst, Ansteckungen bei den Betreuungspersonen und den anderen Tageskindern.
Bitte halten Sie sich an die Vorgaben, auch wenn Sie Druck vonseiten des Arbeitgebers spüren. Nicht zuletzt Ihrem Kind zuliebe, dass natürlich zuhause gepflegt werden muss.

Sollten Sie einmal nicht Ihr krankes Kind selbst zuhause versorgen können (z.B. wegen wichtiger Termine), kann die Notfallbetreuung K.N.U.T. des Braunschweiger Bündnis‘ für Familie kostenpflichtig eine Betreuungsperson zur Verfügung stellen. Tel: 0178 195 629-1
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