„Das FamS”  
Brabandtstraße 5
38100 Braunschweig

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Letzte Änderung: 17.01.2017

Die Betreuungskosten (Entgeltregelung, Zuzahlung, Status der TPP)

Die Betreuungskosten in der Kindertagespflege beruhen in erster Linie auf der Entgeltregelung mit der Stadt Braunschweig und sind für 0-6 Jährige in Tagespflege günstiger als die Betreuung in einer Einrichtung.

Die meisten Tagespflegepersonen erheben daneben noch eine private Zuzahlung.
Und da, wo die Eltern zu Arbeitgebern der Tagespflegeperson werden (größtenteils bei Betreuungen im Elternhaushalt), müssen zudem arbeitsrechtliche Regelungen und Ansprüche berücksichtigt werden.

Entgeltregelung

Aufgrund der Vereinbarung und des Antrages auf Festsetzung des Kindertagespflege-Entgelts zahlen Sie der Stadt Braunschweig einen monatlichen Beitrag. Dieser Beitrag ist abhängig von Ihrem Haushaltseinkommen und der Anzahl der gebuchten Stunden. Zugrunde gelegt wird das Bruttojahres-Einkommen des gesamten Haushaltes, in dem das Kind lebt. Dieses muss durch Belege nachgewiesen werden. Ohne Nachweis erfolgt eine Einstufung in die höchste Einkommensstufe.


Die Regelungen zur Einstufung und zur Entgelttabelle finden Sie hier. Ausführliche Erläuterungen anhand von Beispielen hier

Sollten Sie Ihr Einkommen zu Beginn des Betreuungsverhältnisses noch nicht nachweisen können, weil Sie z. B. gerade erst mit Ihrer Tätigkeit beginnen, dann füllen Sie bitte den Entgeltantrag vollständig aus und vermerken handschriftlich, dass Sie die Belege nachreichen werden. Sobald Sie die fehlenden Nachweise haben, senden Sie diese bitte umgehend an folgende Adresse:

Stadt Braunschweig,
Fachbereich Kinder, Jugend und Familie,
Campestraße 7
38102 Braunschweig

Sollte der Nachweis Ihres Brutto-Jahreseinkommens umständlich sein, da Sie unregelmäßige Einkünfte haben, verwenden Sie bitte das Formular Verdienstbescheinigung zur Festsetzung des Kindertagesstätten / Kindertagespflege-Entgelts.

Bei Empfängern von Leistungen nach dem SGB II, SGB XII, dem Wohngeldgesetz, dem Asylbewerberleistungsgesetz oder Kinderzuschlagsberechtigten, die in Braunschweig wohnen, wird auf die Festsetzung des Kindertagespfleg-Entgelts verzichtet.

Für die Inanspruchnahme der Kindertagespflege durch Schulkinder wird ein pauschaliertes einkommensunabhängiges Entgelt entsprechend dem Betreuungsumfang erhoben. Wenn sich die Betreuungszeit eines Schulkindes in den Ferien tage- oder wochenweise erhöht, wird das Entgelt anteilig berechnet. Weitere Informationen finden Sie hier

Im Gegenzug zu Ihren Beiträgen zahlt die Stadt Braunschweig einen festen Stundensatz in Höhe von 4,10 € pro Kind und Betreuungsstunde an die Tagespflegeperson. Die Gewährung erfolgt für maximal 10 Stunden am Tag. Findet die Betreuung in Ausnahmefällen über Nacht statt, erhält die Tagespflegeperson ¼ des städtischen Entgelts für die Schlafenszeit. Für diese Einnahmen fallen bei der Tagespflegeperson seit 01.01.2009 Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an, sofern die Freigrenzen überschritten werden.

Die Entgeltstelle der Stadt berechnet zunächst die Zahlungen an Ihre Tagespflegeperson und sorgt dafür, dass diese jeweils zum 15. des Monats überwiesen werden. Nachdem Ihr Entgeltbeitrag errechnet wurde, erhalten Sie darüber einen entsprechenden Bescheid von der Entgeltstelle.

Private Zuzahlung

Die Tagespflegepersonen in Braunschweig können ihre Einnahmen mit den Eltern frei verhandeln. Ob eine Tagespflegeperson Zuschläge erwartet und in welcher Höhe, erfahren Sie im direkten Gespräch. Es gibt keine einheitlichen Regelungen, da die Tagespflegepersonen größtenteils als Selbständige agieren und entsprechend ihrer individuellen Situation Kosten berechnen müssen.

Einige Tagespflegepersonen nehmen monatlich pauschale Zuschläge in unterschiedlicher Höhe. Andere haben einen Stundensatz für sich festgelegt, der über dem Stundensatz, der von der Stadt Braunschweig gezahlt wird, liegt. So dass den Eltern eine private Zuzahlung für diese Differenz in Rechnung gestellt wird.

Sowohl die Kosten für die Beiträge an die Stadt als auch die privat gezahlte Zuzahlung können Sie in Ihrer Einkommenssteuererklärung geltend machen. (mehr dazu unter www.familien-wegweiser.de Stichwort „Kinderbetreuung“) Bitte beachten Sie, dass Sie die Zuzahlungen an eine Tagespflegeperson mit Kontoauszügen belegen müssen, Barauszahlungen werden vom Finanzamt nicht berücksichtigt.

Sollten Sie eine privat gezahlte Zuzahlung mit der Tagespflegeperson vereinbaren, empfehlen wir Ihnen unbedingt diese Zahlungen in einem Privatvertrag zu regeln.

Auswirkungen des Status von Tagespflegepersonen

  • So genannte Tagesmütter/-väter sind größtenteils selbstständig tätig und daher für ihre Sozialversicherungs- und Steuerabgaben selbst verantwortlich. Sollten Sie eine private Zuzahlung an eine selbstständige Tagesmutter zahlen, erhalten Sie darüber eine Rechnung.
  • So genannte Kinderbetreuer im Haushalt der Eltern können unter Umständen auch selbstständig tätig sein, dann gilt das gleiche wie bei den Tagesmüttern/-vätern. Die meisten gelten jedoch als Beschäftigte des elterlichen Haushalts, d. h. die Eltern müssen die Kinderbetreuerin / den Kinderbetreuer einstellen und die Beschäftigung anmelden.

Eine Übersicht der Merkmale abhängiger und selbständiger Erwerbstätigkeit im Bereich der Kinderbetreuung finden Sie hier

Ausführliche Informationen der Minijobzentrale zum Status von Tagesmüttern und Kinderbetreuern finden Sie hier

Neben dem Stundensatz (seit dem 01.01.2015 gilt der Mindestlohn. Er beträgt ab 01.01.2017 pro Stunde 8,84 €) für die Kinderbetreuerin / den Kinderbetreuer fallen demnach zusätzliche Kosten an. Für das Errechnen der Lohnnebenkosten wird das Städtische Entgelt mit den privaten Zuzahlungen zusammengerechnet.

Bei einer Summe bis max. 450,- € monatlich wird die Tätigkeit als Minijob eingestuft und muss bei der Minijobzentrale angemeldet werden. In diesem Fall zahlen Sie monatlich eine Pauschale von max. 14,8 % bezogen auf den Monatslohn der Kinderbetreuerin / des Kinderbetreuers an die Minijobzentrale.

Informationen gibt die Minijobzentrale telefonisch: 0355 2902-70799 oder im Internet: www.minijob-zentrale.de.

Hier geht es zur Anmeldung des Minijobbers mit dem Haushaltsscheck im Internet. Die sehr ausführliche Broschüre „Melden Sie Ihre Haushaltshilfe einfach an“ finden Sie hier. Diese gibt es in 11 weiteren Sprachen.


Die Minijobzentrale empfiehlt zudem, gemeinsam mit der Kinderbetreuerin diese Checkliste Link setzen für geringfügig entlohnte Beschäftigte auszufüllen und aufzubewahren.


Bei mehr als 450,- € Lohn/Monat entsteht ein Beschäftigungsverhältnis, das bei der Krankenkasse der Kinderbetreuerin / des Kinderbetreuers angemeldet werden muss. In diesem Fall entstehen höhere Lohnsteuern und Sozialversicherungskosten für die Eltern (Arbeitgeberanteil) und die Kinderbetreuer (Arbeitnehmeranteil). Auch diese Kosten können Sie absetzen.

Außer den hier genannten Statusformen, kann es bei einzelnen Tagespflegepersonen noch andere Besonderheiten geben. Deshalb sollten Sie unbedingt frühzeitig mit der Tagespflegeperson deren Vorstellungen zum Stundenlohn besprechen und ihren Status bzw. Besonderheiten erfragen (selbstständig oder angestellt).

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