„Das FamS”
Brabandtstraße 5
38100 Braunschweig

Tel. 0531-120 55 44 - 0 Fax 0531-120 55 44 - 9 info@dasfams.de


Die gesetzlichen Neuregelungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII), das sogenannte Tagespflegeausbaugesetz (TAG) und das Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK), die beide im Jahr 2005 in Kraft getreten sind, beinhalten auch eine Neuregelung der Kindertagespflege.

Laut § 43 benötigt seitdem jede Tagespflegeperson, die mehr als 15 Stunden wöchentlich und länger als drei Monate ein Kind gegen Entgelt außerhalb der Wohnung des Kindes betreut, eine Erlaubnis. Diese Erlaubnis bedingt eine Überprüfung auf Geeignetheit der Person und der Räumlichkeiten, sowie vertiefte Kenntnisse bzgl. der Kindertagespflege. Sie wird, je nach Geeignetheit, für 1-5 Kinder ausgestellt.

Erteilung der Erlaubnis / Berechtigung zur Kindertagespflege

Wenn Sie von der Stadt Braunschweig eine Erlaubnis bzw. Berechtigung zur Kindertagespflege erhalten möchten, sollten Sie sich im „Das FamS” melden – hier erhalten Sie in einem persönlichen oder telefonischen Erstgespräch Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen. Wenn sich Ihr Interesse an der Tätigkeit als Tagespflegeperson nach diesem Informationsgespräch bestätigt/ verfestigt, erhalten Sie einen Termin zu einem Bewerbergespräch im „Das FamS“ sowie die dafür erforderlichen Unterlagen. Damit beginnt der Prozess der Eignungsüberprüfung. In diesem Bewerbergespräch werden u.a. Ihre Motivation und mögliche Vorerfahrungen im Umgang mit Kindern sowie Ihre Vorstellungen von der Tätigkeit in der Kindertagespflege erörtert. Anschließend gibt „Das FamS“ eine Einschätzung über Ihre Geeignetheit sowie Ihre persönlichen Unterlagen plus den städtischen Personalbogen mit Angaben zu Ihren persönlichen Daten an den Pflegekinderdienst der Stadt Braunschweig.

Nach Eingang des Personalbogens beim Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig erhalten Sie per Post eine Bescheinigung zur Beantragung des „erweiterten Führungszeugnisses“ beim Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit. Die Gebühren für das Führungszeugnis in Höhe von 13 EUR müssen selbst übernommen werden. Bei Tagesmüttern/-vätern ist zusätzlich für jede weitere im Haushalt der Pflegestelle lebende Person ab 14 Jahren ein Führungszeugnis erforderlich. Es sei denn, Sie zählen zu der Gruppe, die in diesem Merkblatt aufgeführt ist.

Außerdem führt der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig eine interne Behördenabfrage durch, um festzustellen, ob es Hinderungsgründe für eine Tätigkeit in der Kindertagespflege gibt.

Sollten keine Hinderungsgründe vorliegen, wird ein/e Mitarbeiter/in in einem Gespräch Ihre persönliche Eignung, Motivation und die Eignung der Räumlichkeiten eruieren.

Wenn Sie eine abgeschlossene Ausbildung als Erzieher/in oder ein Diplom in Sozialarbeit/Sozialpädagogik vorweisen und ein pädagogisches Konzept für die Kindertagespflege einreichen, können Sie direkt nach der Eignungsüberprüfung als Tagespflegeperson anerkannt werden und die Erlaubnis erhalten.

Für die Erstellung einer Konzeption für die Kindertagespflege gelten in Braunschweig folgende Vorgaben:

Bei weiteren Fragen zu den Zugangsvoraussetzungen oder zur Konzeption wenden Sie sich bitte an „Das FamS”.

Sollten Sie keine derartige pädagogische Ausbildung vorweisen können, müssen Sie mindestens einen 160-stündigen Qualifizierungskurs auf der Grundlage des DJI-Curriculum erfolgreich absolvieren, bevor Ihnen die Erlaubnis ausgestellt wird. Wichtige Informationen zu Ansprechpartnern und den Anbietern von Qualifizierungskursen entnehmen Sie bitte dem Infoblatt „Der Weg zur Tagespflegeperson in Braunschweig”

Nach Erteilen der Erlaubnis werden Ihre vermittlungsrelevanten Daten im Rahmen eines Aufnahmegesprächs in die „Das FamS”-Datenbank aufgenommen und die Vermittlung an suchende Eltern beginnt.

Tagespflegepersonen, die Kinder im Haushalt der Eltern betreuen, sogenannte Kinderbetreuer oder Kinderfrauen, benötigen keine Erlaubnis, da sich die Erlaubnis auch auf die Betreuungsräumlichkeiten bezieht. Kinderfrauen und Kinderbetreuer benötigen eine sogenannte „Berechtigung zur Kindertagespflege“, die nach den gleichen Kriterien der Eignung und Qualität erteilt wird.

„Das FamS”-Büro vermittelt ausschließlich vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie anerkannte Tagespflegepersonen. Nur diese, beim „Das FamS” registrierten Personen, können über die Entgeltregelung mit der Stadt abgerechnet werden.


Bedingungen und Auflagen zur Erlaubnis und Berechtigung zur Kindertagespflege


Zur Sicherung der qualitativen Weiterentwicklung der Kindertagespflege werden mit der Erteilung der Erlaubnis bzw. Berechtigung zur Kindertagespflege folgende Auflagen verbunden:

1.) Alle Tagespflegepersonen in Braunschweig müssen mindestens an einer Fortbildungsveranstaltung im Jahr teilnehmen und einen entsprechenden Nachweis darüber erbringen (betrifft TPP und KB).
Nähere Informationen zu Fortbildungen finden Sie hier

2.) Seit 2010 sind Tagsmütter/-väter darüber hinaus verpflichtet, sich innerhalb von 5 Jahren einer Qualitätsüberprüfung zu unterziehen und gemäß der Tagespflegeskala (TAS) eine ausreichende Bewertung zu erreichen (betrifft TPP). Diese Verpflichtung wiederholt sich bei jeder Neuerteilung der Pflegerlaubnis/Berechtigung zur Kindertagespflege nach 5 Jahren.

3.) Bei den folgenden Vorfällen und Veränderungen besteht für alle TPP und KB eine unverzügliche Mitteilungsverpflichtung gegenüber dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, Pflegekinderdienst der Stadt Braunschweig:


Tagesmütter/ -väter (TPP)

  • Nennung der Personen, die nach der Überprüfung in den Haushalt gezogen sind
  • Umzug in eine andere Wohnung oder Haus
  • Anschaffung eines Haustieres (z.B. Hund, Katze, exotische Tiere)
  • Strafrechtliche Ermittlungen gegen die Tagespflegeperson oder der in ihrem Haushalt lebenden Personen
  • Suchterkrankung der Tagespflegeperson oder der in ihrem Haushalt lebenden Personen
  • Erhebliche psychische Beeinträchtigungen oder schwere Erkrankung der Tagespflegeperson
  • Inanspruchnahme einer stationären Hilfe zur Erziehung für das eigene Kind in Form der Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII) oder Heimerziehung (§ 34 SGB VIII, Sozialgesetzbuch VIII).

Kinderfrauen/ Kinderbetreuer (KB)

  • Änderung der Anschrift
  • Strafrechtliche Ermittlungen gegen die Tagespflegeperson
  • Suchterkrankung der Tagespflegeperson
  • Erhebliche psychische Beeinträchtigungen oder schwere Erkrankung der Tagespflegeperson
  • Inanspruchnahme einer stationären Hilfe zur Erziehung für das eigene Kind in Form der Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII) oder Heimerziehung (§ 34 SGB VIII, Sozialgesetzbuch VIII).

 

4.) Für alle TPP und KB gilt ferner:

Sofern im Rahmen der Tätigkeit gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrgenommen werden, ist der Pflegekinderdienst im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie unverzüglich zu unterrichten. Das Merkblatt „Hinweise zur Wahrnehmung und Beurteilung gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung im Sinne des § 8a SGB VIII” finden Sie hier

Sowohl die Berechtigung als auch die Erlaubnis zur Kindertagespflege werden in Braunschweig auf 5 Jahre erteilt. Sie können jedoch eher widerrufen werden, wenn Auflagen nicht erfüllt werden.

Verfahren zur Erteilung der Erlaubnis/Berechtigung zur Kindertagespflege nach 5 Jahren

Jede Erlaubnis/Berechtigung zur Kindertagespflege ist (ab Ausstellungsdatum) auf 5 Jahre befristet und erlischt nach Ablauf dieser Frist. Zwei bis drei Monate vor Ablauf der Erlaubnis wird das Verfahren zur Neuerteilung der Erlaubnis durch eine erneute Behördenabfrage vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie eingeleitet. Folgende Voraussetzungen bilden die Grundlage für eine Neuerteilung:

Tagesmütter/-väter [TPP]
• Positives Ergebnis der Behördenabfrage
• Einreichen einer aktuellen Konzeption durch die TPP
• Hausbesuch

Kinderfrauen/Kinderbetreuer [KB]
• Positives Ergebnis der Behördenabfrage
• Einreichen einer aktuellen Konzeption durch die KB
• Reflexionsgespräch